© Kieferorthopädie Dr. Isabell Wend, Traunreut, 2018

 
Geräte zur Prophylaxe
Lückenhalter
festsitzende und herausnehmbare Lückenhalter, Mundvorhofplatte

Müssen ein oder mehrere Milchzähne vorzeitig entfernt werden, wird an dieser Stelle ein Lückenhalter benötigt. Er verhindert ein Kippen der Nachbarzähne in die Lücke und hält den Platz für den späteren bleibenden Zahn/Zähne frei.

Festsitzende Lückenhalter sind angenehm zu tragen, weil sie filigran gebaut sind. Nachteilig ist jedoch eine anspruchsvolle Mundhygiene.

Herausnehmbare Lückenhalter ähneln den bekannten losen Zahnspangen. In einigen Fällen werden die Kosten hierfür sogar von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Die Mundvorhofplatte stärkt die Lippenmuskulatur und fördert so die Selbstheilung durch Beendigung schädlicher Angewohnheiten (Lutschgewohnheiten, Mundatmung, Fehlfunktionen der Zunge). Zudem kann sie als Ersatz für den Beruhigungssauger dienen.

 
herausnehmbare Apparaturen
aktive Platten und funktionskieferorthopädische Geräte

Aktive Platten bestehen aus einer Kunststoffbasis, Halte- und aktiven Elementen. Die Kunststoffbasis wird individuell auf die Gegebenheiten im Mund angepasst. Sie liegt der Schleimhaut direkt auf (im Oberkiefer häufig gaumenbedeckend) und umfasst einen Teil der Zähne. Die Halteelemente sind aus gebogenem Draht und fixieren die Kunststoffbasis an den Zähnen. Aktive Elemente (Federn, Schrauben, usw.) bewegen durch anhaltenden Druck bestimmte Zähne in die gewünschte Richtung, dehnen den Kiefer oder erweitern den Zahnbogen.

 

Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte) bestehen aus Kunststoff- und Drahtelementen. Sie besitzen in der Regel keine Halteelemente und liegen daher locker im Mund. 

Es gibt verschiedene Arten von funktionskieferorthopädischen Geräten mit ähnlicher Wirkung, aber unterschiedlicher Bauart. Beispiele hierfür sind die Vorschubdoppelplatte, der Aktivator und der Funktionsregler nach Fränkel. Bei jeder Mundbewegung wird die Kau- und Gesichtmuskulatur trainiert, wodurch Einzelzahnbewegungen erreicht werden und die Lage der Kiefer zueinander beeinflusst wird.

Herausnehmbare Apparaturen sollten nachmittags und nachts getragen werden.

Regelmäßiges Tragen führt zu einer kürzeren Behandlungsdauer und zum sicheren Behandlungserfolg.

 
festsitzende Apparaturen
GNE-Apparatur
Transpalatinalbogen
Gaumennahterweiterungs-, Distalisations-, Non-Compliance-Systeme

Die GNE-Apparatur (Kunststoffkappenschiene oder Haas-GNE im frühen Wechselgebiss) ist fest im Oberkiefer verankert und dient der Behandlung eines Schmalkiefers. Der Oberkiefer wird mithilfe einer Schraube transversal gedehnt. Diese Schraube wird von den Eltern zu Hause ein- bis dreimal täglich aktiviert und von unseren Ärzten in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

Der Headgear besteht aus einem Metallbogen und aus einem Nackenband. Zur Befestigung des Metallbogens im Mund werden zwei Metallringe (Bänder) auf die ersten großen Backenzähne im Oberkiefer geklebt. Der Patient kann diesen Metallbogen selbstständig an den Bändern befestigen und wieder lösen. Außerhalb des Mundes wird er zusätzlich von einem Nackenband gehalten. Mit dem Headgear ist es so möglich, Backenzähne zu drehen oder nach hinten zu verlagern (distalisieren). Eine gute Mitarbeit des Patienten ist hier unerlässlich.

Ein Transpalatinalbogen (TPA) besteht aus einem Drahtbügel, der über zwei Metallringe (Bänder) an den ersten großen Backenzähnen (Molaren) im Oberkiefer befestigt wird. Er verläuft quer über den Gaumen und wird an dessen Anatomie angepasst. Die Hauptfunktion des TPA ist die Verankerung der Molaren. Daneben können die Molaren gekippt oder körperlich bewegt werden. Die Kombination mit einem Headgear ist möglich.

Der Distal-/Mesialslider wird über zwei Miniimplantate fest am Gaumen verankert. Mit Hilfe von Druckfedern und anderen Aktivierungselementen können die ersten großen Backenzähne körperlich nach hinten (distal) oder nach vorne (mesial) bewegt werden. Das Ziehen bleibender Zähne zur Platzgewinnung kann so häufig vermieden oder vorhandene Lücken durch eigene Zähne geschlossen werden.

Non-Comliance-Klasse II-Geräte dient dazu, den Frontzahnüberbiss korrekt einzustellen und die Rücklage des Unterkiefers und die Mittellinienverschiebung zu korrigieren. Die Jugendlichen bekommen diese Apparatur vor oder zusätzlich zur festen Zahnspange. Wir verwenden in unserer Praxis die Forsus Klasse II Apparatur der Firma 3M Unitek oder das AdvanSync von Ormco.

 
 
festsitzende Zahnspangen
Multiband-Apparatur

Festsitzende Zahnspangen sind Spangen, die mit Hilfe von Brackets fest auf die Zähne aufgeklebt werden. Durch den Bracketschlitz verläuft ein Bogen, der es ermöglicht die Zähne gezielt  in die gewünschte Richtung zu bewegen. Wir verwenden für Metall- oder Keramikbrackets das Damon®-System von Ormco. Es bietet eine moderne Behandlungsmethode mit selbstligierenden Brackets aus Metall (Damon®-Q Brackets ) oder aus Keramik (Damon®-Clear). 

Keramikbrackets sind sehr unauffällig und werden aus ästhetischen Gründen meist von erwachsenen Patienten oder älteren Jugendlichen getragen. 

Da festsitzende Zahnspangen weder zum Essen noch zum Trinken herausgenommen werden können, ist eine gründliche Zahnreinigung und Prophylaxe unerlässlich! Wir zeigen Ihnen ausführlich, wie Sie die Spange und Ihre Zähne optimal reinigen. 

Retentionsgeräte
Retentionsplatten
Platten, Schienen, Positioner und Retainer

Am Ende der aktiven Behandlung mit herausnehmbaren oder festsitzenden Apparaturen wird mit Hilfe  von Retentionsgeräten die erreichte Zahnstellung stabilisiert und gehalten. Dazu zählen herausnehmbare Retentionsplatten, Retentionsschienen, Positioner und der festsitzende Retainer. 

Das effektivste Gerät für die Stabilisation der Zähne sind die festensitzenden Retainer. Sie bestehen aus dünnen Drähten, die von hinten auf die Frontzähne geklebt werden und somit nicht sichtbar sind. Bereits nach kurzer Tragezeit haben sich die Patienten an sie gewöhnt und spüren sie nicht mehr.

 
Aligner-Therapie
Invisalign®

Viele Zahnfehlstellungen können mit Schienensystemen behandelt werden. Die Invisalign®-Schienen sind herausnehmbar, transparent und individuell auf die jugendlichen und erwachsenen Patienten abgestimmt. Die Kunststoffschienen (Aligner) erlauben eine optimale Mundhygiene, keine Einschränkungen beim Essen und Trinken und sind komfortabel zu tragen. Die Schienen ermöglichen den Verzicht auf Metall im Mund. Sie erfordern eine sehr gute Mitarbeit, weil sie mind. 20 bis 22 Stunden pro Tag getragen werden müssen, um eine maximale Wirkung zu erzielen.